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Vom Wintereinbruch überrascht

Es ist der erste Tag des Seminars, ich komme aus der Dusche, trete auf die Veranda, um den Tag zu begrüßen und was glaubts ihr, was ich sehe … es schneit!

Ja, was ist denn hier los? Wintereinbruch? Und das genau zum Start des Seminars mit Verkäufern eines großen Konzerns. Geplant war das Bootcamp für Körper, Geist und Seele auf einer wunderschönen Almhütte auf der Reiteralb bei Schladming – kennts ihr sicher von der Ski-WM 2013 – mit Bergwandern, Picknicken und Sonnenstunden auf der Alm.

Aber das Wetter auf Österreichs Bergen macht mal wieder, was es will. Die ganzen Tage hatten wir Dauerregen, bissl Schnee und Kälte. Grundsätzlich super, aber ohne der entsprechenden Kleidung subotimal. An ausgedehnte Outdooraktivitäten war nicht zu denken. Das Wetter war so mies, dass eine Teilnehmerin beim ersten Kurztrip nach draußen fragte: „Was sind denn das für schwarze Wolken?“ Ein anderer Teilnehmer klärte sie auf: „Das sind die Berge.“

Nachdem die erste Überraschung über die Wetterbedingungen überwunden war, habe ich mich mit den Teilnehmern besprochen, wie der Seminarablauf unter den veränderten Bedingungen aussehen könnte. Die Gruppe war hochmotiviert und voller Elan. Es wurde keine einzige Sekunde über das schlechte Wetter debattiert. Ob Ihr’s glaubt oder nicht, es wurde eines der besten Seminare überhaupt:

Die Almhütte wurde kurzerhand zum Fitnessstudio umfunktioniert. Von Stubenhocken und Trübsal blasen wollte keiner was wissen. Stattdessen gab es abwechselnde Fitness- und Wellnesseinheiten.

Auch die Küche nutzten wir intensiv. Einige hartgesottene Manager entdeckten erstaunt, dass sie kochen können und genossen das Lob der Kollegen sichtlich. Die fünfgängigen Menüs mit gegrilltem Fleisch, viel frischem Gemüse, knackigen Salaten und selbstgemachte Aufstrichen bis leckeren Smoothies, die wir gemeinsam zauberten, wurden zum echten Gaumenschmaus.

So wurde uns bei angeregten, interessanten Gesprächen und einem straffen Programm mit kleinen Outdoor-Abstechern, wenn es das Wetter zuließ, nie langweilig.

Jetzt versetzt euch mal in unsere Lage, wie wir da nach dem Abendbrot auf der Hütte sitzen und draußen fallen die Temperaturen immer weiter. Da ist uns auch herinnen langsam ungemütlich geworden. Die Situation hatte unsere Improvisationsbereitschaft allerdings soweit gesteigert, dass schnell eine Idee gefunden war: Der Grill wurde kurzerhand zum Heizstrahler. Die so hergestellte gemütliche Atmosphäre mit Blick auf die verschneiten Berghänge förderte dann so manche Anekdote zutage.

Es war wirklich ein außergewöhnliches Erlebnis. Die Bewertungen waren überragend. Die Teilnehmer kommentierten es als „das beste Seminar in meinem Leben“. Jetzt fragt ihr vielleicht, wieso denn alle gleich so euphorisch waren. Ganz einfach: Wenns ihr bei guten Bedingungen ein klasse Event auf die Beine stellt, habts ihr gute Arbeit geleistet. Und wenns ihr von miserablen Bedingungen überrascht gemeinsam aus der Situation das bestmögliche Ergebnis erarbeitet, dann ist das überragend.

Und das gilt auch im Alltag. Nicht die Schultern hängen lassen, wenn’s mal schlechtes Wetter gibt oder sonst etwas dazwischen kommt. Gebts euch einen Ruck und setzt ein Lächeln auf. Wer gut drauf ist, wird auch mit den schlechtesten Bedingungen fertig.

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