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Ein Topf für alle

Welch eine reich gedeckte Tafel: Eine riesige Schüssel kunterbunt gemischter Salat, ein großer Topf Suppe, eine herrlich duftende Fisch-Reis-Pfanne – und lauter nette Leute am Tisch.

Nein, das war keine Dinnerparty bei Freunden, sondern so hab ich es in einem Restaurant in der Schweiz erlebt. Ich war eingeladen, die Mitarbeiter einer Gastronomie-Kette zu schulen. Das hat super Spaß gemacht und am Mittag gab es ein gemeinsames Essen. Lustig fand ich, dass sie in der Küche nur Produkte verwenden, die sie vom Kirchturm aus sehen können. Cooles Konzept, oder?

Und was ich noch großartig fand: Alles Essen kam auf den Tisch und dann konnte sich jeder aus der Pfanne oder dem Topf nehmen, wie viel er mochte – eben wie daheim. Es macht ja auch eigentlich keinen Sinn, dass in Restaurants ein zwei Meter großer Hochleistungssportler die gleiche Portion bekommt wie ein 1,70 Meter großer Büromann. Die brauchen doch ganz unterschiedliche Mengen.

Klar, jeder Körper braucht ein bestimmtes Minimum an Vitalstoffen, Baustoffen, Nährstoffen. Schließlich besteht der menschliche Körper aus 80 Billionen Zellen, die versorgt werden wollen. Stellts euch den Körper wie einen Motor vor: Wenn er keinen Kraftstoff kriegt, dann macht er schlapp.

Ein ganz anderes Problem bekommts ihr aber, wenn ihr zu viel esst. Dazu neigt die westliche Zivilisation ja leider. Klar könnts ihr das mal für ein paar Tage machen, um euren Stoffwechsel anzukurbeln, aber auf Dauer kriegts ihr dann eben Muskeln im Speckmantel – oder auch nur den Speckmantel.

Heißt also: Essts nur so viel, wie ihr tatsächlich braucht. Und wenn ihr nicht wisst, wie viel das ist, weil sich euer Magen schon an das Übermaß gewöhnt hat, hab ich eine gute Daumenregel für euch: Schauts euch an, wie groß eure Handteller sind – so viel brauchts ihr bei drei Mahlzeiten an Eiweiß. Und dann teilt einfach euren Teller ein in ein Viertel Eiweiß, ein Viertel gute Kohlenhydrate und Fette und eine Hälfte Gemüse, Salat und/oder Obst. Dann kriegts ihr bei jeder Mahlzeit den perfekten Mix an Nährstoffen, den euer Körper braucht. Und das bedeutet: keine Heißhungerattacken mehr, weil eure Zellen nicht mehr unterernährt sind.

Ach so, und noch ein Zweites, was mir beim Essen in der Schweiz aufgefallen ist: Wenn ihr den Tisch und die Küche mit netten Menschen teilt und gemeinsam aus einem Topf schöpft, anstatt Teller vorzuportionieren, dann bekommt ihr gleich ein Gefühl von Gemeinschaft. Und dann machen Kochen und Essen gleich viel mehr Spaß. Nahrung für Körper UND euer Wohlbefinden also.

Wann habts ihr denn zuletzt gemeinsam mit Freunden um einen Tisch gesessen und euer Essen genossen? Und ich meine jetzt nicht wie bei „Das perfekte Dinner“, sondern einfach so aus Spaß und ganz ohne Stress …

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